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HOLM - Pearls of the North

Kulturgüter für eine nachhaltige Tourismus-Entwicklung im Ostseeraum (Interreg II C Projekt Nr. 58)

Im HOLM-"Pearls of the North"-Projekt arbeiteten 10 Partner aus drei Ländern - Norwegen, Schweden und Deutschland - zusammen. Ziel des Projektes war es, "Perlenketten" von Kulturgütern zusammenzustellen. Das Projekt sollte auf diesem Wege das gemeinsame kulturelle und natürliche Erbe der Region verdeutlichen und für eine "wirtschaftlich-dynamische, nachhaltige Tourismusentwicklung der Städte und Regionen" inwertsetzen. Methodisch bot dabei die Entwicklung von Tourismuspaketen für Reiseveranstalter eine große Chance: Neben den bedeutenden und weithin bekannten Kulturgütern wie dem "Holstentor" in Lübeck, dem Schloss in Kalmar oder dem "Kingdom of Glass" in Växjö/Kronoberg können auch kleinere, weniger exponierte Kulturgüter wie der Haldenkanal in Østfold oder Schloss Plüschow in Nordwestmecklenburg in Paketangebote eingebunden und so für den Tourismus erfahrbar werden. Eine behutsame, nachhaltige Entwicklung der Kulturgüter vorausgesetzt, können diese so in Verbindung mit Übernachtungs- und Gastronomieangeboten und einem sportlichen und kulturellen Begleitprogramm zur wirtschaftlichen Entwicklung der Regionen beitragen.

Unter gemeinsamen Themenstellungen wie z. B.:

  • Weihnachtsmärkte,
  • museumspädagogische Angebote,
  • maritimes Erbe/Hanse oder
  • Schleusen und Wasserwege

haben die Partner während der Projektlaufzeit von rund 2 Jahren buchbare Pauschalangebote entwickelt, die in nächsten Arbeitsschritten weiterentwickelt und komplettiert werden sollen. Dabei ist Voraussetzung für eine nachhaltige Entwicklung der Kulturgüter im Tourismus eine enge Zusammenarbeit zwischen Stadt- und Regionalplanung, Kulturschaffenden, Denkmalschutz und Tourismuswirtschaft, wie sie im Prozess des HOLM-"Pearls of the North"-Projektes beispielgebend aufgenommen wurde.

Weitere Ergebnisse
Einen hohen Wert an sich stellt der vertiefte Erfahrungsaustausch und das Kennenlernen von Akteuren, von unterschiedlichen Planungssystemen und kulturhistorischen Besonderheiten der Partnerregionen im Ostseeraum dar. In das Projekt waren regelmäßig rund 60 Personen eingebunden. Durchgeführt wurden zwei große Kongresse mit 170 resp. 150 Teilnehmerinnen und Teilnehmern sowie fünf internationale Workshops mit Exkursionen zu den Kulturgütern aller Partner. Über die "face to face"-Workshops wurden konkrete Kooperationsprojekte zwischen den Partnern entwickelt. Ein Beispiel ist die Zusammenarbeit der Kulturstadt Schleswig mit der Glasregion Växjö/Kronoberg. Die Konzeption für die schwedische Glasausstellung und das Mittsommerfest, die als "Pearls of the North"-Projekt im Juli 2001 in Schleswig durchgeführt wurden, sollen von anderen Partnern übernommen werden. Kooperationen zur gemeinsamen Angebotsentwicklung und Vermarktung wurden beispielsweise im Bereich der Museumspädagogik aufgenommen.

Des weiteren haben die Partner einen gemeinsamen Internetauftritt mit Präsentation ihrer Kulturgüter und Links zu Reiseveranstaltern und Tourismusorganisationen realisiert.

Die Entwicklung regionaler Leitbilder für die touristische Entwicklung bildete einen weiteren Schwerpunkt der gemeinsamen inhaltlichen Projektarbeit.

Die bisherige Zusammenarbeit soll in verschiedenen Interreg III B-Projekten fortgeführt werden. So bildet die Entwicklung von Wasserwegen in Kooperation zwischen Schwerin, Halden/Østfold und Växjö/Kronoberg unter Hinzuziehung eines Partners aus Russland einen Schwerpunkt. Des Weiteren werden der Interreg III B-Vorschlag zur Entwicklung von Welcome Centern und ein gemeinsames Tourismus-Informationssystem mit der Mehrzahl der Partner unter Federführung von Kalmar verfolgt.

Interreg IIC als Lernprozess
Das Projekt durchlief einen wichtigen Lernprozess. Im Verlauf des Projektes war es zunächst schwierig, die richtigen Personen und Entscheidungsträger einzubinden und die sehr unterschiedlichen Projekterwartungen in Einklang zu bringen. Ganz wesentlich trugen die internationalen Workshops und Bereisungen zum Erkennen der gemeinsamen Handlungsmöglichkeiten und Chancen für die Zukunft bei. Erkannt wurde vor allem auch die Notwendigkeit interdisziplinärer Zusammenarbeit - nicht nur international, sondern vor allem auch in den einzelnen Regionen - zwischen Stadt- und Regionalplanung, Denkmalschutz, Künstlern und Kulturschaffenden sowie Tourismuswirtschaft, deren Vertreter zunächst mit großer gegenseitiger Skepsis im Projekt zusammentrafen. Gerade die Entwicklung von Tourismuspaketen für und mit den Kulturgütern erfordert die Einbindung aller Fachbereiche bis hin zur Vermarktung über private Tourismusanbieter.

Empfehlungen für künftige Interreg-Projekte
Aus der Erfahrung des HOLM-"Pearls of the North"-Projektes sind folgende Empfehlungen für künftige Kooperationen abzuleiten:

  • frühzeitige und detaillierte Abstimmung der Projektziele,
  • Sicherstellung personeller Kontinuität (und Sprachkenntnisse),
  • klare Entscheidungsbefugnisse (insbesondere auch über das Projektbudget),
  • Flexibilität für Kooperationsvereinbarungen im Prozess,
  • nicht zu viele Projektpartner,
  • frühzeitige Einbindung privater Partner/Investoren.

Rückblickend betrachten die "Pearls of the North"-Partner das Projekt als großen Erfolg und einen wesentlichen Beitrag zu ihrem Verständnis von internationaler Kooperation. Neben den konkreten Projektergebnissen gewannen die Partner wichtige Einblicke in unterschiedliche Planungssysteme und lernten potenzielle Partner für die weitere Zusammenarbeit im Ostseeraum kennen. Die Aufbruchstimmung "Gemeinsam in die Zukunft" prägte den HOLM-"Pearls of the North" - Abschlusskongress am 05./06. September 2001 in Wismar.